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Elring PTFE Eigenschaften und Anwendungen eines außergewöhnlichen Werkstoffes Das teilkristalline PTFE wird durch Polymerisation aus dem monomeren TFE gewonnen. Die dabei entstehenden Makromoleküle haben einen linearen Aufbau. Der Kettenaufbau von PTFE weist zwei interessante Besonderheiten auf:
Physikalische und chemische Eigenschaften von ungefülltem PTFE Die Besonderheit dieses Werkstoffes ist die unter Kunststoffen einmalige Konzentration herausragender Eigenschaften: |
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| Thermische Eigenschaften | ||||||||||||||||
![]() Temperatureinsatzgrenzen einiger Fluorkunststoffe
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Thermische Belastbarkeit Die thermische Belastbarkeit von PTFE reicht von minus 260°C bis plus 300°C (z.B. keine Versprödung in siedendem Helium bei -269°C). Dieser Temperaturbereich wird von keinem anderen handelsüblichen Kunststoff erreicht. Die Dauergebrauchstemperaturen richten sich jedoch nach den jeweils vorliegenden Beanspruchungen. Das bedeutet in der Praxis, daß PTFE bei mäßiger mechanischer Beanspruchung von minus 200 °C bis plus 260°C eingesetzt werden kann. Wärmeausdehnung
Hinweis:
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| Chemisches und physikalisches Verhalten | ||||||||||||||||||||||||||
Wasseraufnahme Die Wasseraufnahme von PTFE ist praktisch gleich null. Auch nach langen Einlagerungen in Wasser kann nach DIN 53472/8.2 keine Wasseraufnahme festgestellt werden. Physiologische Eigenschaften Gleitverhalten |
Chemische Beständigkeit Bedingt durch die starke Fluor-Kohlenstoffbindung und die nahezu vollständige Abschirmung der C-Atome durch Fluor verfügt PTFE über eine nahezu universelle Chemikalienbeständigkeit.
Aus diesen Gründen erübrigen sich bei PTFE umfangreiche Tabellen oder Beständigkeitslisten. Licht- und Witterungsbeständigkeit Reibungszahlen PTFE/Perlitguß bei Trockenlauf |
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Die Adhäsion von reinem PTFE ist sehr gering (antiadhäsiv), was auf die Abschirmung der Kohlenstoffkette durch die Fluoratome und deren geringe Polarisierbarkeit zurückzuführen ist. Dadurch läßt sich PTFE nur schwer benetzen (Kontaktwinkel mit Wasser 126°). Vorteil: Nachteil: Geringe zwischenmolekulare Kräfte und die geringe Polarisierbarkeit der Fluoratome sind die Ursache für die schlechte Verklebbarkeit von PTFE. Voraussetzung zur Verklebung ist deshalb eine chemische Vorbehandlung der Oberfläche z.B. durch in Ammoniak gelöstes Natrium. Eine weitere Verbindungsmöglichkeit ist das sogenannte »Verschweissen«. Als Bindeglied zwischen den beiden PTFE-Flächen wird hierbei ein Schmelzkleber aus PFA oder FEP verwendet.
Elektrische Eigenschaften In nachfolgender Tabelle sind einige elektrische Kenngrößen von Fluorkunststoffen zusammengefaßt.
Für den häufigeren Belastungsfall, die Druckbelastung, können die Kennwerte den folgenden Diagrammen entnommen werden. Man erkennt hier eindeutig die geringere Verformung der PTFE-Compounds mit 25 % Kohle bzw. 60 % Bronzefüllstoff, sowie der modifizierten Typen. Deformation unter Last nach ASTM D621 Brennbarkeit Preßsintern Prüftemperatur: 23 °C
PTFE-Teile können trotz höherer Werkstoffkosten im Vergleich zu den bekannten Massenkunststoffen die kostengünstigere Alternative sein.
Physikalische Eigenschaften von PTFE
im Vergleich mit Fluorthermoplasten
Werkstoff
PTFE
FEP
PFA
PCTFE
PVDF
Eigenschaften
Prüfmethode
Einheit
.
Dichte
23 °C
DIN 53479
g/cm3
2,15-2,19
2,12-2,17
2,12-2,17
2,10-2,20
1,76-1,78
Reißfestigkeit
23 °C
DIN 53455
N/mm2
22-40
18-25
27-29
30-38
38-50
Reißdehnung
23 °C
DIN 53455
%
250-500
250-350
300
80-200
30-40
Kugeldruckhärte
23 °C
DIN 53456
N/mm2
23-32
23-28
25-30
30
65
Steckgrenze
23 °C
DIN 53455
N/mm2
10
12
14
40
46
Zug-E-Modul
23 °C
DIN 53457
N/mm2
400-800
350-700
650
1000-2000
800-1800
Biege-E-Modul
23 °C
DIN 53457
N/mm2
600-800
660-680
650-700
1200-1500
1200-1400
Grenz-Biegespannung
23 °C
DIN 53452
N/mm2
18-20
15
52-63
55
Shorehärte D
23 °C
DIN 53505
55-72
55-60
60-65
70-80
73-85
Schmelztemperatur
.
ASTM 2116
°C
327
253-282
300-310
185-210
165-178
Dauergebrauchstemp.
ohne Belastung.
.
°C
260
205
260
150
150
Wärmeausdehnungs-
koeffizient 10-5.
DIN 52328
K-1
10-16
8-14
10-16
4-8
8-12
Wärmeleitfähigkeit
23 °C
DIN 52612
W/K · m
0,25
0,2
0,22
0,19
0,17
Spezifische Wärme
23 °C
KJ/kg · K
1,01
1,17
1,09
0,92
1,38
Sauerstoffindex
.
.
%
>95
>95
>95
>95
>43
Wasseraufnahme
.
DIN 53495
%
<0,01
<0,01
<0,03
<0,01
<0,03
Verschleißverhalten
![]()
Die Verschleißfestigkeit von reinem PTFE ist relativ gering. Dies ist darauf zurückzuführen, daß die PTFE-Teilchen nicht in einer echten Schmelze verbunden sind, sondern beim Sinterprozeß mehr oder weniger mechanisch verbunden werden.
Eine wesentliche Verbesserung der Verschleißfestigkeit wird durch Füllstoffe wie z.B. Kohle, Grafit, Glasfasern, Bronze oder organische Füllstoffe erreicht.
Gegenüber dem mineralisch bzw. metallisch gefüllten PTFE besitzen die neu entwickelten Spezialcompounds HS 21029, HS 21037 und HS 17100 auch im absoluten Trockenlauf ein deutlich verbessertes Abriebverhalten und eine sehr geringe Einlaufneigung auf der Gegenlauffläche, selbst bei ungehärteten Oberflächen. Die Gleitreibungszahl der jeweiligen Laufpaarung spielt beim Abriebverhalten keine entscheidende Rolle. Vielmehr ist der Verschleiß von den Einsatzbedingungen (Medium, Druck, Geschwindigkeit, Temperatur, Schmierung) abhängig. Da kein PTFE-Compound alle Anforderungen erfüllen kann, muß für den jeweiligen Einsatzfall die am besten geeignete PTFE-Type ermittelt werden.
Abrieb von ungefülltem PTFE im Vergleich mit verschiedenen PTFE-Compounds
Prüfparameter:
Prüfatmospähre: Luft
T=100°C
v=4 m/s
p=0,42 N/mm2
Rz= 2 µm
Prüfdauer: 100 h


Auch für PTFE-Compounds gilt im Prinzip diese Eigenschaft.
Verklebbarkeit /Verschweißbarkeit
Vorteil:
PTFE-Oberfläche muß nicht geätzt werden.
Nachteil:
Die Verschweißung erfolgt nur bei sehr hohen Temperaturen 300-330 °C
(= Kristallitschmelztemperatur von PTFE).
Werkstoff
.
.
Eigenschaften
Prüfmethode
Einheit
PTFE
Dielektrizitätskonstante
DIN 53483
103 Hz
106 Hz 2,1
2,1
Dielektrischer Verlustfaktor
DIN 53483
103 Hz·10-4
106 Hz·10-4
0,3
0,7
Spezifischer Widerstand
DIN 53482
· cm1018
Oberflächenwiderstand
DIN 53482
![]()
1017
Kriechstromfestigkeit
DIN 53480
.
KA 3c
Durchschlagsfestigkeit
DIN 53481
KV/mm
40-80
Lichtbogenfestigkeit
ASTM 495
sec.
>360
Bemerkenswert ist, daß der spezifische Durchgangswiderstand von PTFE bis ca. 150 °C nahezu konstant bleibt.
Besonders interessant ist weiterhin die niedrige Dielektrizitätskonstante und der geringe dielektrische Verlustfaktor von PTFE.
Die Durchschlagfestigkeit beträgt bei einer porenfreien PTFE-Folie mit einer Dicke von 0,2 mm ca. 60 KV.
Deformation unter Last von PTFE
und PTFE-Compounds
(15 N/mm2, 100 h, 23 °C,
gepreßter Probekörper: Ø 10 mm, 10 mm hoch)

![]()
Kaltflußeigenschaften
PTFE hat die Eigenschaft, unter kontstanter Zug- oder Druckbelastung bereits bei Raumtemperatur auszuweichen zu fließen. Diese Eigenschaft ist abhängig von der ausgeübten Druck- oder Zugspannung, der Belastungszeit und der Temperatur.
Aufgrund dieser Eigenschaften werden mechanisch höher beanspruchte PTFE-Teile entweder gekammert, und damit am Ausweichen gehindert, oder PTFE-Compounds mit deutlich verbesserten Druckstandsfestigkeiten eingesetzt.
Brandtechnische Prüfungen weisen aus, daß Fluorpolymere von allen Kunststoffen am schwierigsten zu entflammen sind. Nur im Bereich einer Fremdflamme entzünden sich die gasförmigen Zersetzungsprodukte. Nach Entfernen der Zündflamme hört der Brennvorgang sofort auf. Die nach ASTM D 1929 an PTFE-Halbzeugen gemessenen Zündtemperaturen liegen im Bereich von 500 bis 560°C, der LOI-Index (Sauerstoffindex) beträgt 95%.
PTFE-Pulver wird in ein zylindrisches Werkzeug gegeben und anschließend unter großem Druck verdichtet. Wichtig dabei ist, daß die in dem Werkzeug eingeschlossene Luft nahezu vollständig entweichen kann. Das Verpressen des Pulvers geschieht auf hydraulischen Pressen mit einer Geschwindigkeits-, Druck- und Zeitsteuerung. Nach dem Pressen werden die Vorformlinge in elektrisch beheizten Umluftöfen nach festgelegten Programmen gesintert. Dabei sind Preß- und Sinterparameter auf den jeweiligen PTFE-Compound abzustimmen, um optimale Werkstoffeigenschaften zu gewährleisten.
Deformation unter Last von PTFE und PTFE-Compounds
Prüfdauer: 100 h

Energiereiche Strahlung
PTFE zählt nicht zu den strahlungsbeständigen Kunststoffen.
PTFE sollte daher nicht in strahlengefährdeten Räumen eingesetzt werden.
Eine extrem hohe Strahlungsdosis kann zur Zersetzung von PTFE führen. Dabei entsteht gasförmiges Tetrafluoräthylen.
Verarbeitung
Die Verarbeitung von PTFE ist schwieriger als bei den üblichen Thermoplasten.
Bei hoher Temperatur (340-380 °C) wird PTFE lediglich hochviskos, so daß Spritzgießen oder gewöhnliches Extrudieren nicht möglich ist. Halbzeuge werden deshalb durch Preßsintern oder Ramextrusion hergestellt.
Ramextrusion
Die Ramextrusion ist ein Preßverfahren, das die Herstellung endloser Profile ermöglicht. Dabei wird das Granulat über eine Dosiervorrichtung in ein zylindrisches Extrusionsrohr geleitet, mit einem hydraulisch betätigten Stempel verdichtet und im Rohr durch eine auf Sintertemperatur beheizte Zone befördert.
In der Sinterzone »schmelzen« die einzelnen Dosierchargen zu einem Endlosprofil zusammen.
Elring Produkte aus PTFE


Zusammenfassung
Aufgrund der außergewöhnlichen Eigenschaften bietet PTFE bzw. seine Compounds den Konstrukteuren neue Aspekte zur technischen Problemlösung.
PTFE eignet sich aufgrund seiner ungewöhnlichen Eigenschaften als Spezialkunststoff für viele Einsatzgebiete.
Der Einsatz von PTFE bringt bei kritischen Anwendungen höhere Standzeiten, mehr Sicherheit, verbesserte Funktionen, und bietet Ihnen damit zusätzlich Wettbewerbsvorteile auf schwierigen Märkten.


Innovationen aus Kunststoff seit mehr als 40 Jahren sind wir mit Dichtungen und Konstruktionselementen einer der Technologieführer. Für unsere Kunden auf der ganzen Welt entwickeln und produzieren wir praxisgerechte Lösungen: aus PTFE bzw. PTFE-Compounds, Duroplasten und anderen Hochleistungs-Kunststoffen sowie PTFE-Verbundteile mit Kunststoffen oder Metallen. Als individuelle Einzellösung oder aus einem breiten Lieferprogramm an Standardbaureihen. Unsere Produkte sind in nahezu allen Industriezweigen und in der Medizin im Einsatz. Jetzt können wir Ihnen durch den Zusammenschluss mit Venus und die Integration des Venus-Lieferprogramms eines der breitesten PTFE-Verarbeitungsangebote weltweit bieten. Mit noch mehr Kompetenz für Gesamtlösungen vom Halbzeug bis zur individuellen Funktionslösung. Mit noch mehr Service, mehr Flexibilität und Ihren gewohnten Ansprechpartnern. Gemeinsam machen wir für Sie das Beste aus Kunststoff. PTFE spielt dabei eine Schlüsselrolle ein Werkstoff mit einzigartigen technischen Eigenschaften, selbst bei extremen Bedingungen.